Sustenpass und Aareschlucht

Ich wollte das schlechte Wetter nochmal nutzen zu einer Hardcore-Tour über den Sustenpass auf 2224m. Die Rechnung ging auf. Wie vom Regenradar vorhergesagt zog der Himmel ab Mittag vollständig zu und es regnete jämmerlich. Der 2.Tag war durchwachsen, der  3.Tag sommerlich heiß und am 4.Tag kam der Regen zurück.
Die Tabelle zeigt eine Zusammenfassung meiner 4-Tage-Tour.

Sustenpass

Mit der SBB bin ich am frühen Morgen nach Göschenen gefahren. Noch war es trocken als ich die 200hm talwärts nach Wassen gerollt bin. In Wassen beginnt die Passstraße zum Sustenpass. 1300hm sind ab hier zu bewältigen. Es ist 08:30 Uhr als ich den steil beginnenden Anstieg starte. 
Mein Adrinalinspiegel sorgte am Anfang dafür, dass ich mal wieder zu schnell unterwegs war. Nach einer Stunde hatte ich bereits fast 400hm zurückgelegt. Mir saß das Wetter im Nacken. Ich wußte, dass gegen Mittag Regen einsetzten sollte. Das hohe Tempo rächte sich. Der Regen kam und meine Kräfte gingen. Nach 700hm wechsle ich in den Schiebemodus. Da half auch die Rübli-Ingwer-Suppe nicht, die ich im Gasthaus Sustenbrüggli genossen habe. Durchnäßt und ausgekühlt erreiche ich gegen 15 Uhr das Sustenpass-Hospitz auf 2265m.

das kleine Gasthaus Sustenbrüggli
das Sustenpass Hospiz auf 2265m

Das Hospiz ist ein einfaches Gasthaus, in dem heute nur eine Familie und ich die Übernachtunsgäste waren. Der Hüttenwirt ist Sport-Fan. Alle Gäste im Gastraum mussten, in ohrenbeteubender Lautstärke, die Olympia-Sportreportage im TV mitverfolgen. Jeden, der maskiert in den Gastraum kam um sich aufzuwärmen, begrüßte er mit – hier brauchst du keine Maske tragen – als könne er über Leben und Tod entscheiden.

der gemütliche Gastraum mit großem Kamin

Der Wind peitschte den Regen die ganze Nacht über den Pass. Auch am nächsten Morgen war die Sicht noch immer von Wolken versperrt. Die Temperatur war mit 4°C eher herbstlich und immer wieder kamen kurze aber heftige Regenschauer aus den Wolken. Auf die Sonne zu warten war sinnlos. Angezogen mit allem was ich dabei hatte um mich vor Kälte und Näße zu schützen, starte ich die Abfahrt vom Pass. 30km und 1600hm bergab lagen vor mir. Es wurde meine bisher landschaftlich schönste Abfahrt von einem Schweizer Pass. 

viele kleine Tunnel und Wasserfälle, unten rechts das Hotel Steingletscher

Schon nach kurzer Fahrt brachen die Wolken auf, die Sonne kam durch und präsentierte eine zauberhafte Landschaft. Die Straße schlängelt sich mäanderförmig ins Tal, führt durch unzählige Tunnel und gibt immer wieder den Blick auf die umliegende Bergwelt des Berner Oberlands frei.

Die Sonne zeigte sich immer häufiger. Es gibt etliche Einkehrmöglichkeiten entlang der Strecke. Während der 28km Abfahrt bis Innertkirchen gab es lediglich 6hm Anstieg. In Innertkirchen habe ich übernachtet und mir am Nachmittag die Aareschlucht angeschaut.

Aareschlucht

Die Aareschlucht wird als Naturwunder bezeichnet und es wird viel “tam tam” um sie gemacht. Für 10Fr Eintritt geht man auf einem Holzsteg 1,4km entlang der Felswand. Es ist beeindruckend wie tief sich der Fluß in den Fels geschliffen hat.

die Schlucht ist teilweise nur wenige Meter breit

Der Steg ist leider in beiden Richtungen begehbar. An Tagen mit vielen Besuchern wird man durchgeschoben und Körperkontakt läßt sich auf dem schmalen Steg kaum vermeiden. Fotografieren, so wie ich das geplant hatte, ist dann auch nicht möglich.

Die Aare fließt sehr zahm durch die enge Schlucht. Durch den geringen Höhenunterschied gibt es weder tosende Wasserfälle noch Engstellen mit starker Strömung und Gischt.
Wer fotografieren möchte sucht sich besser eine andere Schlucht.

Brünigpass (1007m) und Hasliberg

Von Innertkirchen bzw. Meiringen muß man über den Brünigpass um Richtung Luzern weiterzukommen. Als Alternative zur Hauptstrasse kann man auf der Hohfluhstrasse/Unterfluh über Hasliberg den Pass erreichen. 450hm geht es auf einer Schotterpiste durch den Wald. Ruhig, entspannt und mit schönen Ausblicken.

der Start in Meiringen nach Hasliberg
Meiringen
Blick auf den Rosenlauigletscher

Kurz nach dem Brünigpass biegt man von der Hauptstrasse auf einen Waldweg ab. Es geht auf schmalen Wegen ca. 300hm oft steil bergab bis zum Lungerersee.

die Abfahrt führt völlig abgelegen durch idyllische Landschaft
der Lungerer See

Nochmal 200hm tiefer liegt der Sarnersee. Der Radweg führt teilweise auf Nebenstrassen am See entlang. Bei Alpnachstad erreiche ich dann wieder den Vierwaldstättersee. In Beckenried nehme ich die Autofähre nach Gersau und radle über Vitznau, Weggis und Küssnacht zurück nach Rotkreuz.

Sarnersee
Vierwaldstättersee bei Alpnachstad
Autofähre Beckenried - Gersau

Comments

  1. Petra says:

    Die Sonne geht auf 😎

    1. Klaus says:

      Jupp, der Sommer kommt noch 😀

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